Geschichte der Freifunk Community Aachen

01/2007
Erste zarte Versuche einen (!) Freifunk Router in der Triebelsstrasse bereit zu stellen. Damals war das noch etwas „gefährlicher“, da der Datenverkehr direkt über den eigenen Anschluss lief. Die grandiose Fehlleistung der Einführung der Störerhaftung per BGH-Urteil sorgt bis heute dafür, dass jeder, der in Deutschland ein offenes WLAN betreibt in (Sippen-) Haftung genommen werden kann. Ein Luxus, den sich weltweit bis heute nur Deutschland leistet.

03/2008
Ein zweiter Freifunkknoten geht in der Nütheimer Straße online

02/2011
Auf der Hörn nimmt ein dritter Freifunk-Knoten den Betrieb auf. Knoten konnten inzwischen benutzerfreundlich per Luci-Webinterface konfiguriert werden.

03/2011
Entwicklung des ersten Logos für Freifunk Aachen

03/2011
Gründung des Freifunk Rheinland e. V. Eine Art Dachverband für die lokalen Communities die einen rechtlichen Rahmen benötigen, aber weder Zeit noch Lust haben unnötigen Vereinsoverhead zu stemmen. Die Aachener wissen zu diesem Zeitpunkt noch nichts von diesem Verein.

06/2011
In der Stolberger Straße nimmt der 4. Freifunk Knoten seinen Betrieb auf.

07/2012
Der Freifunk Rheinland e.V. hält mit drei Personen einen Vortrag an der RWTH Aachen. Die Community beschließt, sich nach damaliger Nomenklatur als „Funkzelle“ dem Freifunk Rheinland e.V. anzuschließen. Das Domänenkonzept war noch nicht entwickelt, die Freifunker nutzen die Düsseldorfer Firmware. Es gibt regelmäßige Treffen im Aachener Chaos Computer Club (CCCAC).

02/2014
Dieser zweite Motivationsschub war leider nur ein Strohfeuer. Nach einigen eher einsamen Treffen beschließen die letzten verbleibenden Aktiven, dass die Mühe (Aufschließen des Raums, vergebliches Warten auf Besucher) ihre Zeit nicht mehr wert ist. Was bleibt ist die Konsolidierung der Kommunikation aller Beteiligten auf einer Mailingliste des Freifunk Rheinland e.V., die später noch nützlich werden sollte.

09/2014
Es gibt sieben Freifunk Hotspots in Aachen. Deren Traffic wird zu diesem Zeitpunkt bestenfalls über die Niederlande und Schweden ins Internet geleitet, um die dumme Störerhaftung zu umgehen. Aber einige leiten den Verkehr mutig weiter über den eigenen Anschluss aus, und gehen so das Risiko ein, eventuell gegen unrechtmäßige, aber nervige Abmahnungen kämpfen zu müssen.

Auch die fehlende Benutzerfreundlichkeit ist ein Problem. Nach dem Wechsel auf die Rheinland-Firmware existierte eine Zeit lang kein Webinterface mehr, alle Einstellungen mussten über eine Kommandozeile getätigt werden. Dies wurde erst mit der Entwicklung der aktuellen Firmware „Gluon“ wieder behoben.

Am 16.09.2014 treffen sich eine Reihe Aachener Menschen im Restaurant Lara zu einem Relaunch des Freifunk Aachen. Dabei werden wichtige Weichen gestellt: es werden verantwortliche Menschen für Orga und Technik bestimmt. Der Aufbau einer Webpräsenz wird beschlossen. Es wird ein Ziel abgestimmt: 30 Hotspots bis Ende 2014. Außerdem werden für die nächste Zeit wöchentliche Treffen vereinbart, um schnell Fortschritte zu erzielen.

Der Freifunk Rheinland e. V., zu dem u.a. auch alle Communities der StädteRegion Aachen gehören, wird RIPE-Mitglied. Damit ist der Verein offizieller Provider für Internetdienste und genießt damit das sogenannte Providerprivileg: er haftet wie andere Provider (RelAix,  NetAachen, Telekom, Vodafone, Unity-Media u.a.) nicht für Daten die er transportiert. Also so wie die Deutsche Post nicht für dumme Briefe haftet die jemand über sie versendet.

Ab diesem Zeitpunkt stellt der Verein auf Exit-Nodes in Deutschland um. Die Server in den Niederlanden und Schweden werden auf Infrastruktur in Düsseldorf, Frankfurt und Berlin umgestellt. Die Auslandsserver werden abgekündigt.

28/09/2014
Der erste Tweet https://twitter.com/ffaachen/status/516014645120106497 auf dem neuen Twitter Account https://twitter.com/ffaachen wird abgesetzt.

02/10/2014
Das Orga-Team hat eine Website entwickelt und Freifunk Aachen geht online. Die Seiten enthalten vor allem Informationen und Grafiken, um Freifunk einfach und leicht verständlich zu erklären und damit die Zugangshürden zu senken. Gleichzeitig strukturiert diese die technischen und rechtlichen Fragen und zeigt mögliche Kontakte für Interessenten auf.

Die harten Technikfragen wurden nach gemeinsamen Beschluss in das Wiki der Aachener ausgelagert. Die Website verlinkt das, wo es nötig ist.

07/10/2014
Es wird zu einem ersten „Nur Technik“ Treffen in den Räumen des Aachener CCC eingeladen. Zu diesem Zeitpunkt sind ca. 17 Freifunk Knoten in der Stadt Aachen online.

17/10/2014
Es war von Anfang an klar, dass eine starke Community auch starke Partner braucht. Für den Bereich Hardware hatten wir diesen schnell in Gestalt von Daniel Bertram von der Firma Notebookkontor gefunden. Er bestellte einfach erst mal einen Sack voll Router und dann schauen wir mal was geht. Am 17.10.2014 traf die erste Lieferung ein.

21/10/2014
Die recht flott, fast nur auf Zuruf entwickelten Aufkleber treffen in Aachen ein.

29/10/2014
Die von Mitstreitern gespendeten Router und erste Router von Menschen die das Potential erkennen finden ihren Weg in die „freie Wildbahn“. Die Freifunk Karte für Aachen weist bereits 31 Zugangspunkte aus. Ein Wert der eigentlich zum Jahresende anvisiert wurde. Der Begriff „Streetteam“ wird geprägt und schnell legendär.

03/11/2014
Wahrnehmen einer Einladung aus der Politik in Herzogenrath. Wir stellen Vertretern aus den Fraktionen das Freifunk Konzept vor und stellen uns allen Fragen.

06/11/2014
Eine erste zarte Pressemitteilung wird versendet. 35 barrierefreie, noschnickschnack Hotspots im Gebiet der Stadt Aachen sind ein guter Grund.

27/11/2014
Vorstellung des Themas „Freifunk in der Stadt Düren“. Teilnehmer sind Spitzen der Verwaltung, der Lokalpolitik und vor allem engagierte Bürger.

04/12/2014
Der Partner der erste Stunde nach dem Relaunch, die Firma Notebookkontor in Aachen überrascht die Aachener Community: man hat sich weitere 150 freifunkfähige Router ins Lager legt. Zu Endkundenpreisen, die selbst im Internet nicht zu holen sind. Wichtiger ist aber: wir haben weiterhin einen starken Partner der schnell und unkonventionell an der Seite der Communities in der StädteRegion aktiv ist.

10/12/2014
Der erste Beratungstisch findet in Aachen statt. Die Community der Aachener Freifunker fand es wichtig, auch live und in Farbe den Bürgern zum Thema Freifunk Rede und Antwort zu stehen. Das Ergebnis: jeden Dienstag seit dem 10. Dezember 2014 findet in Aachen ein sog. Beratungstisch statt. Dort können sich interessierte Menschen einfach informieren, sich beim Einrichten ihres Freifunk Routers helfen lassen, neue Ideen einbringen oder einfach mit uns klönen.

16/12/2014
Die Zielvorgabe aus dem September 30 Hotspots bis zum Jahresende ist längst ungefallener Schnee von gestern. Bereits jetzt gibt es in Aachen über 90 Zugangspunkte wie auch die Aachener Nachrichten aufgreifen.

19/12/2014
Der 100. Hotspot geht in Aachen online. Notebookkontor ordert weiteren Nachschub für den Ausbau des Aachener Freifunk Netzes.

08/01/2015
Gründung der Freifunk-Community Herzogenrath. Freifunk lebt durch bürgerschaftliches Engagement vor Ort. Es ist daher folgerichtig den Aufbau von Communities zu fördern und zu begleiten. In Aachen warten 124 Router auf Verbindungen.

15/01/2015
160 Router stehen Menschen aus aller Welt in Aachen komplett frei zur Verfügung. Das zweite Technik-only Treffen findet statt. Ein wesentlicher Teil der neuen Ausrichtung der Aachener Community war es die wichtige Technik aus den allgemeinen Treffen so weit wie möglich und sinnvoll herauszunehmen, aber technisch Begeisterten trotzdem eine Anlaufstelle zu sein.

22/01/2015
Das erste Treffen der neu ins Leben gerufenen Freifunk-Community Düren findet statt.

29/01/2015
Vorstellung des Freifunk Konzepts in der Stadt Baesweiler. Teilnehmer sind neben dem Bürgermeister die Spitzen der Verwaltung aus Rechtsdezernat, IT-, Haupt- und Personalamt.

05/02/2015
205 Router sind in Aachen am Start. Weiter geht es in Linnich. Wir informieren zunächst die Vertreter aus den Fraktionen des Rates zum Thema Freifunk.

07/02/2015
Die Aachener übernehmen die Organisation für den Freifunktag: Ein quartalsweise stattfindendes Event für Freifunker aus dem Freifunk Rheinland e. V. und darüber hinaus. Erstmals wird die Planung mittels E-Tickets (kostenlos oder mit Support-Spende) organisiert, eine Organisationsform die später von anderen Ausrichtern übernommen wird. 209 Router sind für Aachen online.

11/02/2015
Freifunk Aachen wird ganz knapp Erster im Wettbewerb der Ideen der Plattform unserAC.de. Der Veranstalter wurde dann auch bei der Preisverleihung gleich mit einem Freifunk Router versorgt.

Das Freifunk Netz ächzt derweil unter der Last der neuen Knoten. Aus Tradition hängt die Aachener Community immer noch an Servern der ehemaligen Düsseldorfer Domäne, die sich nun „Rheinufer“ nennt. Nicht nur Aachen (bereits mit 213 Routern am Start), auch Herzogenrath und Düren haben den Druck auf die Domäne des Vereins deutlich erhöht. Das Netz verliert an Performance und muss sich Kritik gefallen lassen.

23/02/2015
Der letzte Post, bevor die alte Mailingliste in den „Nur-Lese-Betrieb“ geschaltet wird, wurde verfasst. Ab jetzt findet alle öffentliche Kommunikation im Freifunk-Forum statt. Damit auch Nicht-Technik-Nerds ohne Probleme mitreden können!

27/02/2015
Das Technikteam gibt Vollgas. Mit Aachener Freifunk-Sponsoren und Partnern wie der RelAix wird die eigene Domäne „Regio Aachen“ aufgebaut. Unsere Profis betreiben jetzt eigene Supernodes in Aachen. Die Freifunk-Firmware wird von unserem Team für die StädteRegion Aachen entsprechend angepasst. Wie sich später rausstellen soll haben die Aachener, dank der lokalen Rechenzentrumsbetreiber und Unterstützer, damit eine der performantesten Freifunk-Anbindungen in NRW an die Exit-Nodes in Düsseldorf, Frankfurt und Berlin.

01/03/2015
Freifunktag in Aachen. Das als Barcamp konzipierte Treffen in Aachen ist mit 60 Teilnehmern auf großen Zuspruch gestoßen. In der Stadt sind ca. 242 Router online.

24/03/2015
Vorstellung von Freifunk im Rathaus Jülich. Teilnehmer setzen sich aus Gewerbeverband, Verwaltung und Politik zusammen. In der Folge beschliesst der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt einstimmig den Freifunk zu unterstützen.

14/04/2015
Zusammen mit dem Vorstand des Freifunk Rheinland e. V. und ca. 50 weiteren Interessenvertretern sind wir bei der Landtagsfraktion der GRÜNEN eingeladen. Wir machen klar: Unterstützung von Freifunk durch die Politik ist richtig, aber eigentlich nur rumdoktern an Symptomen: Die dumme Abmahn-Luxus-Störerhaftung muss weg. Vorratsdatenspeicherung und der der Unfug namens Digitale Agenda (aktuelle Fassung) sind Totengräber jeder Initiative, die freien Internet Zugang fördern möchte.

29/04/2015
Vorstellung Freifunk im Technologiezentrum Baesweiler. Teilnehmer sind der Gewerbeverband und die Verwaltung nebst Bürgermeister.

10/06/2015
Bürgerforum zum Thema Breitband in Baesweiler. Wir haben einen Slot und stellen auch dort nochmal Freifunk in Baesweiler vor. Nicht als Alternative zu Breitband (was Quatsch wäre), sondern als Erweiterung, die darauf aufbauen kann.

17/06/2015
Vorstellung des Themas Freifunk im Rathaus Linnich.

25/06/2015
Treffen mit Verwaltungsvertretern des Kreises Düren zum Thema Freifunk.

25/06/2015
Der Landtag NRW beschließt mit Stimmen von SPD, GRÜNEN und PIRATEN die Unterstützung des Freifunkprojekts.

26/06/2015
In einer spontanen Aktion leuchten die Freifunker der RegioAachen eine Übergangsflüchtlingsunterkunft im Inda-Gymnasium mit freiem WLAN aus. Da uns dort kein dedizierter Anschluss zur Verfügung stand, installierten wir im ersten Schritt einen Mobilfunk-Uplink, welcher durch das Unternehmen O2 gespendet wird. Eine hilfsbereite Nachbarin stellte zum Glück noch am ersten Tag ihren DSL-Uplink per Richtfunk zur Verfügung.

08/09/2015
Gründung der Freifunk-Community Baesweiler. In der Stadt Aachen sind ca. 400 Router online. In der StädteRegion (inkl. Stadt Aachen) ca. 800

09/09/2015
Erste geplante und längerfristig angesetzte Installation in einem Flüchtlingswohnheim in Stolberg. In der ersten Ausbaustufe wurden eine Richtfunkstrecke sowie 2 Router in Betrieb genommen.

18/09/2015
Die Aachener Freifunker finden mit NetAachen einen Sponsor für Internetanschlüsse in Unterkünften für Flüchtlinge. Sie gewinnen ebenfalls die Verantwortlichen des Gebäudemanagements der Stadt Aachen für ihre Idee, Freifunk in die Objekte zu bringen. Nach etwas länger andauernden Vorarbeiten inkl. Spenden einsammeln wird mit den weiteren Partnern RelAix und Notebookkontor der Rollout auf den Weg gebracht.

…to be continued!